Wissenswertes

Perücken und ihre Geschichte

Perücken wurden bereits im ägyptischen Reich sowohl von Männern als auch von Frauen getragen. Im „alten Griechenland“ und im „Römischen Reich“ waren Perücken ein modisches Accessoire.

Dienstleister mit Geschichte

Im Mittelalter nahmen sich Bader der Körperpflege und ärztlichen Versorgung der Bevölkerung an. Oft hielten sich die „Bademeister“ auch Scher-Knechte, die den Badegast mit Haar- und Bartschneiden bedienten.

Mit der Zeit traten auch Barbiere in Erscheinung, die ein eigenes Handwerk begründeten – sie übten die Tätigkeitsbereiche des Baders aus, allerdings ohne Badebetrieb.

Status-Symbol & Staatliche Einnahmequelle

Die Preußen haben um 1700 auf Perücken sogar eine Steuer erhoben. Soldaten trugen „Stutzperücken“ – das waren Kurzhaar-Perücken. Arme Menschen und Bauern mussten ohne Perücke auskommen.

„Goldene Zeiten“ für Perückenmacher

Im späten 17. Jahrhundert hat sich das Tragen von Perücken an europäischen Fürstenhöfen etabliert, natürlich auch in Wien. Damals stellten Bader, Babiere und Perückenmacher Perücken her.

Nach jahrelangen Streitereien wurden im 18. Jahrhundert  den Perückenmachern gänzlich dieses Handwerk überlassen. Zu den Aufgaben des Perückenmachers zählten nicht allein das Herstellen und Verkaufen von Perücken, sondern auch alle zur Fertigung von Perücken notwendigen Vorarbeiten (Einkaufen, Färben, Kräuseln und Tressieren der Haare). Neben den bürgerlichen Perückenmachern (Wiener Bürger und Angehörige der Zunft) entstanden die „k. k. hofbefreiten Perückenmacher“.

Zu dieser Zeit kamen weiß melierte, gepuderte Perücken mit waagrechten Locken in Mode. Hauptsächlich aus Ross- oder Ziegenhaar sowie aus Flachs oder Hanf gefertigt, waren Perücken in dieser romantischen Zeit der letzte Schrei. Das Pudern der Perücken war mitunter auch besteuert.

Mit der Französischen Revolution endete die Blütezeit der Perückenmacher, das Handwerk verfiel. Durch neue Haartrachten, die die Perücke verdrängten, kam es zum Aufschwung der Friseure, die in Konkurrenz zu den Perückenmachern standen.

Danach wurden Perücken nur noch von Mitgliedern der Rechtsfakultäten getragen und konnten ihren Einzug in die Mode nicht mehr erreichen.

In der Biedermeierzeit (1815 bis 1848)   begannen sich Perücken und Haarteile als modische Accessoires neuerlich durchzusetzen. Die teilweise sehr kunstvollen Frisuren der Frauen wurden nur noch mit Haarteilen ergänzt. Komplette Perücken wurden zu dieser Zeit nur von Menschen mit Haarausfall getragen.

The 60thies – das Comeback!

Um das Jahr 1960 sind Perücken dann kurzfristig noch einmal modern geworden, konnten sich aber nicht dauerhaft durchsetzen.

Auch heute werden immer noch Perücken hergestellt und gebraucht. Sie sind nicht nur ein modisches Statement um den Look flexibel zu verwandeln oder ein belebtes Requisit am Catwalk, sie werden auch gezielt von Erwachsenen und vor allem auch von Kindern aufgrund Ihrer Krankheitsgeschichte verwendet!

Herstellung

Jede Perücke wird aus 3-4 Zöpfen produziert. Die Haarspenden werden ab einer Mindestlänge von 27 cm verwendet, wobei die Ideallänge bei 35 bis 40+ cm für eine optisch natürliche Perücke liegt. Bei der Herstellung gehen ca. 10cm der Haarlänge verloren, deshalb hilft absolut jeder zusätzliche Zentimeter, hier langfristig ein noch besseres Tragegefühl und eine schönere Optik zu ermöglichen.